Hot­zen­plotz, Hen­ry Higg­ins und Haydn

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Foto: Atamari / CC BY-SA 3.0

Bei den Wup­per­ta­ler Büh­nen ste­hen alle Zei­chen auf Neu­start: Mit Julia Jones als Gene­ral­mu­sik­di­rek­to­rin und Tho­mas Braus als Schau­spiel-Inten­dant sind zwei neue Spar­ten-Lei­ter in den Start­lö­chern.

Gemein­sam mit Opern-Inten­dant Bert­hold Schnei­der, der in sei­ne zwei­te Sai­son geht, stell­ten sie das Pro­gramm für die kom­men­de Spiel­zeit vor.

Schnei­der setzt auf sein Ensem­ble: “Es bleibt bei den sechs Sän­gern, hin­zu kom­men zwei ‚in resi­den­ce’”, so der Opern-Inten­dant. Er kün­dig­te an, dass es ihm um eine Mischung zwi­schen Klas­si­kern und Rari­tä­ten geht. In der kom­men­den Spiel­zeit hat er Publi­kums­lieb­lin­ge wie “My Fair Lady” eben­so geplant wie sel­ten gespiel­te Kost­bar­kei­ten. So wird der unge­kürz­te drit­te Akt von Wag­ners “Göt­ter­däm­me­rung” mit einem Orches­ter­zy­klus von Hei­ner Goeb­bels in Bezie­hung gesetzt. Die bekann­te Oper “Car­men” bil­det den Spiel­zeit­ab­schluss. Wie­der auf­ge­nom­men wer­den Rigo­let­to und Hoff­manns Erzäh­lun­gen.

Alt und neu beim Orches­ter
Eben­falls auf Kon­tras­te setzt Julia Jones. Mit ihrem Pro­gramm­will die neue Gene­ral­mu­sik­di­rek­to­rin alt und neu in der Musik auf die Büh­ne brin­gen — vom Baro­ck bis zur Moder­ne. Neben dem fes­ten Spiel­ort, der Stadt­hal­le, möch­te sie auch ande­re Orte in der Stadt bespie­len. So hat sie eine Rei­he von acht Kam­mer­or­ches­ter­kon­zer­ten geplant, die mit bis zu 30 Musi­kern in loka­len Spiel­stät­ten auf­ge­führt wer­den sol­len. In den Sin­fo­nie­kon­zer­ten kom­bi­niert sie Dvor­ak mit dem zeit­ge­nös­si­schen Heu­cke, Wag­ner mit Ber­lioz oder Bach mit Vaug­han Wil­liams. Beim Neu­jahrs­kon­zert wird dies­mal Film­mu­sik auf dem Pro­gramm ste­hen. Und bei den Son­der­kon­zer­ten steht auch ein Tan­go­kon­zert auf dem Pro­gramm.

Hot­zen­plotz und Pater­nos­ter
Im Schau­spiel hat Tho­mas Braus neun Pre­mie­ren geplant, drei davon auf der gro­ßen Büh­ne des Opern­hau­ses. Den Anfang macht “Der Sturm” von Wil­liam Shake­speare, als Fami­li­en­stück ist “Räu­ber Hot­zen­plotz” geplant — und das über die Weih­nachts­zeit hin­aus. Drit­te gro­ße Pro­duk­ti­on ist “Pen­si­on Schöl­ler”. Im Thea­ter am Engels­gar­ten reicht die Palet­te von Jean Genet über Ten­nes­see Wil­liams bis zu Peter Tur­ri­ni und Anne Lep­per. Neu ist das For­mat “Schnapp­schuss”: Hier rei­sen Tex­te und Sze­nen an unter­schied­lichs­ten Orten in Wup­per­tal — Knei­pen, Pater­nos­ter oder Park. Das Ensem­ble ver­grö­ßert sich um zwei neue, jun­ge Schau­spie­ler, mit Julia Wolff kehrt ein bekann­tes Gesicht als Gast zurück.